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Riemekeviertel in Paderborn

Wie definieren wir die Geolage "Riemekeviertel" in Paderborn

 

Die Lage des Riemekeviertels

Die Interessengemeinschaft des Riemekeviertel hat auf der eigenen Homepage eine Abgrenzung des Gebietes wie folgt beschreiben:

Im Osten verläuft die Grenze vom Neuhäuser Tor über die Friedrichstraße bis zum Westerntor, im Süden bildet die Bahnhofstraße mit den angrenzenden Gleiskörpern über den Almeweg bis zum Weg „Am Almerfeld“ die Grenze, im Westen ist die Grenze der Weg „Am Almerfeld“ bis zur Höhe „Ahorn Sportpark“, im Norden verläuft die Grenze vom Ahorn Sportpark über den Heinz-Nixdorf-Ring bis zur Kreuzung mit der Neuhäuser Straße (Wilhelmshöhe), die Neuhäuser Straße selbst bis zum Neuhäuser Tor.

Hieran angelehnt haben auch wir die Geolage für das Riemekeviertel bestimmt und wie folgt definiert:

Die West-Ost-Erstreckung

Vom Heinz-Nixdorf-Ring bis zum „Inneren Ring“ (Friedrichstraße)

Die Nord-Süd-Erstreckung

Hier haben wir das Riemekeviertel über die Neuhäuser Straße bis zur Pader (Padersteinweg) erweitert. Somit erfasst unsere Geolage Riemekeviertel auch die Wohnbebauungen zwischen Neuhäuser Straße und der Pader.

Die Nord-Süd-Erstreckung verläuft demnach von der Pader bis zur Bahnhofstraße.

Die Geschichte des Riemekeviertel

Das Eigentümliche und das Besondere, das das Gesicht des Riemekeviertels bestimmt, sind einerseits die natürlichen Gegebenheiten, zum anderen die kulturellen Vorgänge ganz verschiedener Zeiten.

Zu den natürlichen Gegebenheiten:

In einer Urkunde von 1319 werden die „Rimbekerquelle“ und der „Riembekerbach“ erwähnt („Beke “ bedeutet Bach, „Rim“ bedeutet „rinnen“. Der Riemekebach ist demnach ein Gewässer, das aus dem Riemekekolk „rinnt“, also aus einer Anzahl von Quellen, die mit denen im Paderquellgebiet in einer verwandtschaftlichen Beziehung stehen, sie entspringen nämlich an derselben Quellenlinie, haben dieselben hydrogeologischen Voraussetzungen.

Das Wasser, das ganzjährig aus dem Riemekekolk floss, war klar. Darum konnte zwischen dem Riemekekolk und der Bleichstraße eine Bleichanlage entstehen. Die Bleiche wurde nur im Sommer betrieben. In einem Kataster aus dem Jahre 1892 wird der Weg, der von der Riemekestraße zur Bleiche führte, bereits „Bleichweg“ genannt. Die alte Bleiche war bis Anfang der 1930er Jahre noch in Betrieb (s. Homepage Riemekeviertel). Voraussetzung der Bleiche war auch der Abfluss des Kolkes in östlicher Richtung. Mit dem Wasser aus dem Bach konnte die auf dem Rasen des Bleichgeländes ausgebreitete Wäsche besprengt und nach der Bleiche gespült werden. Der Bach wurde insgesamt verrohrt und mündet heute rechts der Brücke Fürstenweg in die Pader (Nähe des Bootshauses vom Kanuverein Paderborn).

Zu den kulturräumlichen Gegebenheiten: WOHNEN

Die Hauptbautätigkeit im Riemekeviertel begann um 1880. Die Erweiterung der Stadt nach Westen außerhalb der alten Stadtmauern wurde notwendig, nachdem der Bau der Eisenbahnlinie von Hamm über Paderborn Altenbeken erreichte und für die Bediensteten der Bahn und der Lokomotivwerkstätten der Bedarf an Wohnungen stieg. Nachdem die Infanteriekaserne an der Elsener Straße 1899 und die Husarenkaserne an der Moltkestraße (jetzt Rathenaustraße) 1904 erstellt worden waren, suchten auch die Bediensteten des Militärs Wohnungen in der Nähe ihrer Dienststelle.

Die Stadt Paderborn stellte 1883 für das Riemekeviertel einen Bebauungsplan auf. Dieser war der erste, der für ein Gebiet außerhalb der mittelalterlichen Mauern aufgestellt wurde. Das Gesicht des neuen Stadtviertels wurde durch die Architektur des Historismus geprägt, also durch eine Epoche der Baukunst in Deutschland, die Anfang des 19. Jahrhunderts begann und in den 1920er Jahren ausklang.

Die Baumeister dieser Zeit gestalteten im Sinne des Historismus mit Elementen der Baukunst der vorausgegangenen großen Kunstepochen, nämlich der Romanik, Gotik, Renaissance, des Barock und des Klassizismus. „Sie hatten nicht die Absicht, Bauwerke der Vergangenheit zu kopieren. Sie suchten vielmehr etwas Neues, Umfassendes zu gestalten, das dem einzelnen Gebäude etwas Individuelles, Verfeinertes verleihen sollte. Auch die Häuser einer Häuserzeile erhielten ein individuelles Gesicht.“ (Homepage des Riemeke, s.o.).

Es ist interessant, die Elemente der großen Epochen der Baukunst in den Straßen des Riemeke zu entdecken (z.B. zu beiden Seiten der „Personstraße“). Einige Gebäude zeigen auch Elemente des Jugendstils (z.B. Riemekestraße Nr. 27: „Anno Domini 1909“) und des Heimatstils.

Es ist also schwierig, das Eigentümliche, das Besondere, das Gesicht dieses Viertels zu bestimmen. Es ist wohl das mehr oder weniger gelungene Nebeneinander der verschiedenen Stilrichtungen, weniger sind es natürliche Besonderheiten.

Sicherlich wurde das Riemekeviertel durch die Architektur der ersten Bebauung geprägt, und ebenso sind auch nach den Bombardements des Zweiten Weltkriegs und dem Wiederaufbau noch Züge des alten Riemeke zu erkennen.

Das Riemeke zeichnet sich besonders durch die Vielfalt seiner Funktionen aus:

Versorgung des Riemekeviertel

Neben der Wohnfunktion (s.o.) ist die Versorgungsfunktion für seine Bewohner anzusprechen: Die Riemekestraße kann zunächst durch ihre Anbindung an Westerntor und Westernstraße als „abgespeckte Fortsetzung“ der Paderborner City betrachtet werden.

Verschiedenste Geschäfte versorgen den täglichen, periodischen und (weniger) auch den seltenen Bedarf. Dafür kann schon allein der jüngst eröffnete (am 18.09.2014) Supermarkt „Kaufland im Riemeke“ stehen, am Standort des alten „Marktkauf“. Gut 100 Mitarbeiter/-innen sorgen sich um die Kundschaft, die ihre Fahrzeuge auf gut 300 kostenfreien Parkplätzen abstellen kann. Weitere Supermärkte finden sich weiter westlich („Rewe“, Ecke Klöcknerstr.), „Lidl“ in der Kapellenstr., Nähe Bahnhofstraße.

Öffentliche Dienstleistungsbetriebe finden sich im Riemekeviertel in großer Zahl:

  • die Kreisverwaltung an der Aldegreverstr.
  • das Finanzamt an der Bahnhofstraße
  • die Agentur für Arbeit an der Bahnhofstraße
  • die Postfiliale an der Balhornstraße
  • der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) an der Ferdinandstr. 26
  • das Arbeitsgericht an der Grevestr. 1
  • der Jobcenter PB, Rathenaustr. 28a, Betreuung von Menschen im Bezug von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGBII)
  • das Technische Rathaus an der Pontanusstraße
  • die Polizei-Hauptdienststelle an der Riemekestraße
  • der Riemekehof an der gleichnamigen Straße (Senioren-Wohngemeinschaft PB, (Wohnen + Service + Pflege)
  • das Perthes-Haus am Neuhäuser Tor (Pflegeheim, Betreutes Wohnen)
  • der Westfriedhof als größter Friedhof Paderborns

Schulen und Bildungseinrichtungen im Riemekeviertel:

  • das städtische Goerdeler-Gymnasium an der Goerdelerstraße
  • die Von-Fürstenberg-Realschule an der Fürstenbergstraße
  • die Lise-Meitner-Realschule, Ecke Riemeke-Viertel, Paderborner Straße
  • Hauptschule Georg, Sekundarstufe I, Ganztagsschule der Stadt PB, Erzbergerstraße
  • Riemeke Grundschule im Verbund mit der Theodor Grundschule (seit 01.08.2011), Erzbergerstraße 26 und Theodorstraße 1
  • Evang. Grundschule der Stadt PB, „Lutherschule“, Erzbergerstraße
  • Laurentius-Kiga, Klöcknerstraße
  • Evang. Gemeindezentrum Johannes mit Kiga, Dietrich-Bonhoeffer-Straße
  • Kiga „Potz Blitz“, Anton-Heinen-Straße 19
  • Kiga Fürstenbergstraße
  • Kiga am Riemekepark, „Kinder Centrum/Familiencentrum“, Schulstraße 35
  • Westfälisches Kinderdorf e. V. Gesamtverwaltung, Haterbusch 32, Einrichtung um benachteiligten Kindern eine neue Familie, eine neue Heimat zu geben, Tageseinrichtung, Lage Nähe Heinz-Nixdorf-Ring, Ecke Elsener Straße
  • das ATIW-Berufskolleg an der Grenzlinie zwischen Almehof und Riemekestraße, Ausbildungszentrum für Technik, Informationsverarbeitung und Wirtschaft, staatlich anerkannte Schule in freier Trägerschaft, Nachbar zu „Atos“ (s. Industrie-Unternehmen, w.u.)

Bedeutende Industrie (und damit auch Arbeitgeber) im Riemekeviertel:

  • Wincor Nixdorf mit dem weltweit bedeutenden IT-Unternehmen, am Heinz-Nixdorf-Ring
  • dSpace als global ausgerichteter Technologiekonzern, Rathenaustr. 26, „Mit den Produkten lassen sich neue Software-Lösungen für Steuergeräte und mechatronische Regelungen schneller entwickeln und testen.“ (dSpace) Anwendungsbereiche: Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Nutzfahrzeugindustrie, elektronische Antriebe, Medizintechnik, Beispiele: aktive Schallreduktion in Wohn- und Schlafräumen, elektrisches Parken u.v.m.
  • Gebr. Lödige, Maschinenbau GmbH, Verfahren: Mischen, Reagieren, Granulieren, Trocknen, Coaten, Emulgieren, global vernetzt, Elsener Str. 7-9
  • Benteler, Maschinenbau, Röhrenwerk, Automobil-Zulieferer, Verwaltungsgebäude Ecke Heinz-Nixdorf-Ring, Elsener Straße
  • „Atos“ – ESG Eurofacility Solutions GmbH, IT-Unternehmen, ging aus der IT-Sparte von Siemens hervor, Sektoren: Industrie, Energieversorgung und Gesundheitswesen mit IT-Kompetenz, an der „Schnittstelle“ zwischen Almehof u. Riemekestraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wincor Nixdorf
  • Finanzmarkt/Börse: „big 20 de“ – media investment, Schulstraße 20, (mit Freiheitsstatue in Miniatur-Format auf dem Hof, aber unübersehbar)

 Kultur- und Freizeiteinrichtungen:

  • Kulturwerkstatt, Bahnhofstraße
  • der Riemeke-Park als „Grüne Oase“zwischen Rathenaustr. und Bleichstr., Joh.-Hatzfeld-Weg und Schulstr.
  • der Ahorn-Sportpark mit Sportplatz (Gründung durch Heinz-Nixdorf)
  • der Trimmpfad auf der alten Müllkippe Paderborns mit anschließendem Sportplatz an der Ahornallee
  • die Sportanlagen am Goerdeler-Gymnasium, Sporthalle am Westfriedhof
  • die Sporthalle der Von-Fürstenberg-Realschule
  • die Kleingärtenanlage „Hessenkreuz“ mit Zugang von der Riemekestraße, am Heinz-Nixdorf-Ring gelegen, mit Vereinshaus und Gastronomie im hinteren Bereich der Anlage

Verkehrslage, Verkehrsanbindungen:

  • enge Anbindung an die Innenstadt Paderborns über Neuhäuser Tor, Imadstraße und Westerntor
  • Nähe des Hauptbahnhofs (Hbf.) Paderborn
  • gute Anbindung an die A 33 über Bahnhofstraße, Neuhäuser Straße, Heinz-Nixdorf-Ring

Gesamtsituation des Riemeke-Viertel:

Eine Gliederung des Viertels in verschiedene „Geolagen“ stellt sich angesichts der Komplexität der vielen Funktionen, die in diesem Bereich anzutreffen sind, als schwierig dar. Der südliche Teil des Viertels, abzugrenzen durch Bahnhofstraße und Riemekestraße, erweist sich als ein Bereich, der durch seine Funktionen noch die engste Anbindung an die Innenstadt zeigt.

Der westlich des Heinz-Nixdorf-Rings gelegene Teil des Riemeke-Viertels mit Wincor Nixdorf IT-Zentrum, Atos und ATIW und den dazugehörigen Freizeit- und Sportanlagen kann, so man will, als weitere „geschlossene“ Lage bezeichnet werden.

Sehr ausgeprägt ist noch die Wohnsituation, das Wohnen im „alten“ Riemeke-Bereich zwischen Friedrichstraße, Rathenaustraße, Riemekestraße und Neuhäuser Straße, und zwischen Neuhäuser Straße und Elsener Straße.

Ganz kompliziert wird es für den restlichen Bereich zwischen Rathenaustraße, Heinz-Nixdorf-Ring, zwischen Elsener Straße und Riemekestraße mit der „eingelagerten“ engl. Kaserne, der „Alan-Brooks-Barraks“, die ja bald aufgegeben werden soll (Abzug des engl. Militärs). Die Stadt PB denkt daran, hier die neue Stadtverwaltung zu etablieren. In diesem Teil des Riemeke sind nun wahrlich alle Grunddaseinsfunktionen vorhanden, von der Kiga bis zum Westfriedhof, über die vielen schulischen Einrichtungen, über die Arbeitsstätten bis zu den Senioren-Wohngemeinschaften und -heimen.

Sehr berechtigt also die zusammenfassende Feststellung auf der Riemeke-Homepage: „Sozial vielfältiges Riemekeviertel“